Nachlese - Biikebrennen 2013 - Eiderstedt.net

Nachlese – Biikebrennen 2013

Das Biikefeuer blickt auf eine fast 2000-jährige Tradition zurück. Ursprünglich sollte der Winter mit dem Biikefeuer vertrieben und der Gott Wotan gnädig gestimmt werden. Oben auf dem aufgeschichteten Feuerholz der Biike befindet sich an der Küste häufig eine Strohpuppe. Zusammen mit dem Biikefeuer wird dieses sogenannte Petermännchen verbrannt. Vermutlich sollte dies früher den Papst und den damit verbundenen christlichen Glauben symbolisieren, der von weiten Teilen der Bevölkerung abgelehnt wurde.
Heute wird mit dem Feuer nur noch der Winter vertrieben und alte Weihnachtsbäume und Buschschnitt entsorgt. Ein gut verbranntes Petermännchen ist der Vorbote für einen guten Sommer. Kurz vorab: Das Petermännchen in Simonsberg ist vorbildlich verbrannt, der Sommer muss also spektakulär werden.

Vor dem Start unseres Biikebrennens haben wir uns in Tönning noch stilecht mit einer Fliederbeersuppe mit Grießklößen gestärkt. Dabei konnten wir aus den Fenstern des Café Hafenblick die letzten Vorbereitungen des Tönninger Biikefeuers beobachten. Für alle, die wissen wollen wie uns die Fliederbeersuppe geschmeckt hat, geht es hier zum Test des Café Hafenblick.

 

Aus dem Fenster des Café Hafenblick können wir die Vorbereitungen für das Tönninger Biikefeuer beobachten

Biikefeuer in Tönning mit Petermännchen kurz vor dem Anzünden

Anstatt uns das zentrale Biikefeuer in St. Peter-Ording oder eines der vielen kleinen Feuer anzusehen, sind wir dieses Jahr in die nordöstliche Ecke Eiderstedts gefahren und haben das Biikebrennen in Simonsberg zelebriert. Das Feuer hier soll eines der größten und natürlich das schönste sein.

Der Weg nach Simonsberg war mit einigen Tücken verbunden: Die Abkürzung, die wir uns ausgesucht hatten, endete an einem verschlossenen Heck. Zum Glück hatten sich an dieser Stelle aber schon einige Autos mit NF-Kennzeichen versammelt, die den gleichen Weg gefahren waren. Leider wusste keiner so recht, wie wir von hier zum Feuerplatz kommen sollten. Ein Gestrandeter fing sogar an, sein Navi zu befragen. Was macht der echte Nordfriese in so einer Situation? Kurz auf den Deich, Witterung des Brandgeruches aufgenommen, eine grobe Peilung der Straßen durchgeführt (soweit das im Dunkeln möglich war) und der Weg zum Feuer ist klar.

Biikefeuer mit Petermännchen in Simonsberg

10 Minuten später waren wir am Feuerplatz. Das Timing war perfekt, das Biikefeuer brannte schon und das Petermännchen war noch nicht vom Feuer erfasst worden.
Ohne dass wir es vorher wussten, war auch der NDR vor Ort und hat über das Biikefeuer vom Aufbau bis zum Anzünden berichtet. Der schöne Nebeneffekt der Anwesenheit des Fernsehteams war die zusätzliche Beleuchtung des Feuers, dadurch haben wir einige außergewöhnliche Fotos schießen können. Gleichzeitig Feuer und Schatten im Rauch kann man eben nur mit der richtigen Beleuchtung fotografieren.

Die Aufnahmen des Fernsehteams sind in der NDR-Mediathek verfügbar:

  • Dreiminütiger Kurz-Beitrag aus dem Schleswig-Holstein-Magazin
  • Hier ist der gesamte 15-minütige Beitrag

 Schatten des Petermännchens im Rauch

Ganz nah am Biikefeuer

Das Wetter war dieses Jahr vorbildlich, kein Regen, nicht zu kalt und nicht zu warm (wenn man genug Abstand zum Feuer gehalten hat). Nach knapp zwei Stunden waren wir dennoch durchgefroren und hungrig und freuten uns auf den nächsten Höhepunkt des Biiketages, das Essen danach.

Das traditionelle Grünkohlessen nach der Biike gab es für uns im Hotel Lundenbergsand, das nicht weit entfernt von der Feuerstelle liegt. Wie uns der Grünkohl geschmeckt hat, und ob wir auch alle satt geworden sind, steht im Restauranttest Hotel Lundenbergsand.

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