Haubarg

Haubarg (Roter Haubarg)

Ein Haubarg, selten auch Hauberg, ist das typische Bauernhaus der Halbinsel Eiderstedt. Es kam im späten 16. Jahrhundert zusammen mit westfriesischen Einwanderern, die den Bautyp des Gulfhauses mitbrachten, und bewährte sich bis ins späte 19. Jahrhundert als Bauernhaus.
Das Wort "Haubarg" bezeichnet eine Stätte zum Bergen (Stapeln) von Heu. Mensch und Tier lebten in Haubargen jahrhundertelang unter einem Dach, wenn auch in getrennten Räumen.
Haubarge haben einen rechteckigen, nur beim vierständrigen Haubarg quadratischen Grundriss. Es handelt sich um Ständerbauten, bei denen das Haus hauptsächlich von, je nach Größe, vier, sechs oder acht, in seltenen, nicht mehr erhaltenen Fällen, zehn Ständern, getragen wird, die durch Längs- und Querbalken (Pfetten) verbunden sind. Diese Bauweise trägt unter anderem dazu bei, das Haus widerstandsfähig gegen Naturgewalten, insbesondere Stürme und daraus resultierende Sturmfluten, zu machen. Selbst wenn eine Sturmflut die Mauern eindrückt, halten die Ständer noch das Dach. Die Grundstruktur des Hauses bleibt unbeschädigt. Diese Bauweise erleichterte außerdem die Erneuerung des Mauerwerkes, welches nach etwa 100 Jahren auszusalzen begann und daher ersetzt werden musste.
Haubarge werden seit circa 100 Jahren nicht mehr neu errichtet. Gab es 1860 noch 360 Haubarge, sind 2008 nur noch etwa 100 erhalten. Waren Haubarge ursprünglich aufgrund ihrer ökonomischen Zweckmäßigkeit gebaut worden, sind sie mittlerweile zu teuer für ihre landwirtschaftlichen Besitzer geworden. Besonders das Reetdach, das oft um 1.000 m² hat, ist in seiner Erhaltung sehr teuer. Deshalb weichen die meisten Bauern auf andere Gebäude für ihren Betrieb aus. Die Haubarge werden an andere, meist auswärtige Eigentümer abgegeben, die zwar die Fassade erhalten, im Innenraum aber oft zu anderer Nutzung großzügige Umbauten vornehmen. Einzelne Haubarge in Privatbesitz lassen sich auch von innen besichtigen.

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