Eiderstedt – Kirchen 

Mit seinen 18 historischen evangelischen (und zwei neueren katholischen) Kirchen ist die Halbinsel Eiderstedt reich gesegnet. Keine andere Region in Norddeutschland weist so eine beeindruckende Dichte an Gotteshäusern auf. Sechs dieser Kirchen feierten im Jahr 2013 ihren 900. Geburtstag. Sie werden sogar noch übertrumpft von der St. Magnus-Kirche in Tating, die seit 910 Jahren besteht und somit die älteste Kirche auf Eiderstedt ist.

Vom Mai bis September sind tagsüber fast alle Kirchen zugänglich. Sie lassen sich gut per Fahrrad erkunden, indem man von Dorf zu Dorf fährt und einfach nach dem Kirchturm Ausschau hält. Auch geführte Touren werden angeboten. Die folgende Übersicht stellt alle 18 evangelischen Kirchen kurz vor.

Garding – St. Christian-Kirche

Gardings Kirchturm ist der höchste Punkt auf Eiderstedt."Tritt ein!" fordert ein Schild neben dem Portal dazu auf, sich die zweischiffige Kirche nicht nur von außen anzusehen. Täglich von 9-16 Uhr ist sie für Besucher geöffnet und wartet drinnen mit dem ältesten Orgelprospekt (1512) Norddeutschlands auf.

Name: St. Christian, St. Bartholomäus, St. Maria Magdalena
Adresse:   Markt 4, 25836 Garding
Errichtung:  1109
Besonderheit: älteste Kanzel (1563) Eiderstedts

Katharinenheerd – St. Katharina-Kirche

Ein Pferd mit Reiter in der Kirche, das gibt es auf Eiderstedt nur in Katharinenheerd: links neben dem Altar hat die Skulptur des heiligen Georg (15. Jahrhundert) die Gemeinde im Blick. Neben der Kirche steht der freistehende, hölzerne Glockenturm. Ihn ziert eine Windfahne mit der Jahreszahl 1604.

 

Name: St. Katharina
Adresse: Kirchenweg, 25836 Katharinenheerd
Errichtung:  1113
Besonderheit: im Altarraum steht "Ritter St. Georg zu Pferd"   

                

            

Kating – St. Laurentius-Kirche

Roter Backstein-Turm und weißes Langhaus aus Feldsteinen, gebaut auf einer kleinen Warft. Die Triumphkreuzgruppe aus dem Jahr 1520 wurde 1988 restauriert.

Name: St. Laurentius
Adresse:  Dorfstraße, 25832 Kating
Errichtung: um 1200
Besonderheit:  älteste Glocke Schleswig-Holsteins (um 1300)

Koldenbüttel – St. Leonhard-Kirche

Durch ihren durchgängig weißen Außenanstrich unterscheidet sich St. Leonhard optisch von den anderen Kirchen der Halbinsel. Ihr romanischer Taufstein wurde 1970 wiederentdeckt und ist einer der ältesten auf Eiderstedt.

Name: St. Leonhard
Adresse: Dorfstraße, 25840 Koldenbüttel
Errichtung: um 1200
Besonderheit: 

ältester einzeln stehender Holz-Glockenturm (um 1461) dieser Art in Schleswig-Holstein

Kotzenbüll – St. Nikolai-Kirche

Nicht selten huschen Nachbars Hühner übers Gelände und scharren vor den ältesten Kirchentüren Schleswig-Holsteins im Gras. In der Kirche werden auch plattdeutsche Gottesdienste gefeiert. Das Chorgitter wurde 1967 aus Teilen eines spätgotischen Gitters wiederhergestellt.

Name: St. Nikolai
Adresse: Dorfstraße, 25832 Kotzenbüll
Errichtung: 1495, Turm von 1365
Besonderheit: älteste Kirchentüren Schleswig-Holsteins

Oldenswort – St. Pankratius-Kirche

Kronleuchter aus den Jahren 1685 und 1900 spenden in St. Pankratius einen Teil des Lichts. An der Orgelempore sind Gemälde einzelner Apostel zu sehen, im Kirchenvorraum die Glocke von 1548.

Name: St. Pankratius
Adresse: Dorfstraße, 25870 Oldenswort
Errichtung: um 1250
Besonderheit: gotischer Taufdeckel (1564)

Osterhever – St. Martin-Kirche

St. Martin erfreut seine Besucher mit hellgrünen Blumentöpfen an jeder Kirchenbank, in denen im Mai frische Narzissen stecken. Ein auffälliges Kunstwerk ist der große Taufengel im blauen Gewand. Auch die drei Figuren der Triumphkreuzgruppe (spätgotisch) sind sehr präsent.

 

Name: St. Martin
Adresse: Dörpstraat, 25836 Osterhever
Errichtung: 1113
Besonderheit: Taufengel von 1822, restauriert 2005

Poppenbüll – St. Johannis-Kirche

Die hellblauen Kirchenbänke betreten die Poppenbüller rechts und links durch kleine Pforten. Sie stehen in der Mitte des Raumes, einen Mittelgang gibt es nicht. Marten van Achten aus Tönning schuf 1601 das Altarbild. Die Glocke und die bronzene Taufe (einzigartig auf Eiderstedt) wurden 1590 in Husum gegossen

Name: St. Johannis
Adresse: Dorfstraße, 25836 Poppenbüll
Errichtung: 1113
Besonderheit: das Epitaph von 1617 ist das älteste Bild eines Pastors
(Pastor Gentzel) auf Eiderstedt

St. Peter-Ording – St. Nikolai-Kirche

Unter dem wunderschönen, mit blau-weißen Wolken bemalten Dach glänzen der Mond und goldene Sterne. Von außen sieht man St. Nikolai diese "Gemütlichkeit" gar nicht an. Der Altar und der Taufstein der kleinen Kirche sind spätgotisch (um 1480).

Name: St. Nikolai
Adresse: Utholmer Straße, 25826 St. Peter-Ording
Errichtung: 1724 gegründet, 1960 erneuert
Besonderheit: Deckengemälde von 1758

St. Peter-Dorf – St. Peter-Kirche

1999 bekam die St. Peter-Kirche einen neuen Glockenturm. Der hölzerne Turm neben der Kirche wurde in freiwilliger Arbeit von Bürgern aus St. Peter-Ording errichtet. Im gleichen Jahr wurde die Orgel erneuert. Die Taufe und der dazugehörige Taufdeckel der Kirche stammen noch aus dem Jahr 1728.

Name: St. Peter
Adresse: Olsdorfer Str. 19, 25826 St. Peter-Dorf
Errichtung: um 1200 gegründet
Besonderheit: der Kirchenname wurde zum Namen des Dorfes: Sankt Peter

Tating – St. Magnus-Kirche

Ein roter Teppich führt zum Altar der ältesten Kirche auf Eiderstedt. Die westlichen Emporen zeigen Bilder zum Gebet Vaterunser, im Mittelpunkt des Flügelaltars steht eine Kreuzigungsszene.

Name: St. Magnus
Adresse: Dorfstraße 36, 25881 Tating
Errichtung: 1103
Besonderheit: älteste Kirche Eiderstedts

Tetenbüll – St. Anna-Kirche

Von 2004 bis 2009 musste St. Anna umfangreiche Sanierungsarbeiten über sich ergehen lassen, um den drohenden Einsturz der Kirche zu verhindern. Seitdem sind die Stützpfeiler und ihr Fundament aus Beton. An der Kirchendecke finden sich 36 Bildermotive aus Geschichten des Neuen Testaments.

Name: St. Anna
Adresse: Karkenstraat, 25882 Tetenbüll
Errichtung: um 1400 (Gründung 1113)
Besonderheit:

die Eichenpfähle, die von 1856 bis 2005 einen Stützpfeiler der Südwand trugen, sind vor der Kirche ausgestellt

Tönning – St. Laurentius-Kirche

Tönnings Stadtkirche war ehemals von einem Friedhof umgeben, der 1802 verlegt wurde. Sie erhielt ihren Namen nach dem Heiligen Laurentius, der als christlicher Märtyrer 258 in Rom hingerichtet wurde. In der Kirche glänzt noch heute der Taufstein von 1641 aus schwarzem Marmor mit sechs trapezförmigen Reliefs aus Alabaster.

Name: St. Laurentius
Adresse: Am Markt, 25832 Tönning
Errichtung: 1180
Besonderheit: zweithöchster Kirchturm (62 m) in Südschleswig

Uelvesbüll – St. Nikolai-Kirche

In der klassizistisch-neugotischen Kirche St. Nikolai befinden sich wertvolle Schätze vergangener Jahrhunderte. Die Taufe (um 1400) stammt aus Namur und gilt als bedeutendste gotische Steinmetzarbeit Eiderstedts. Die Kanzel wurde im Jahr 1672 erstellt, die Figuren des Kreuzigungsaltars um 1520.

Name: St. Nikolai
Adresse: Kirchspielplatz, 25889 Uelvesbüll
Errichtung: 1854
Besonderheit: einzige erhaltene und spielbare pneumatische Orgel Eiderstedts

Vollerwiek – St. Martin-Kirche

Durch ein grünes Portal betritt man St. Martin. Die Kirche wurde von 2010 bis 2012 umfassend renoviert. Besonders die blaue Holzdecke mit ihren goldenen Sternen strahlt statt altem Kirchenmuff Frische und Geborgenheit aus. Beeindruckend ist die Emporenkanzel von 1586/87.

Name: St. Martin
Adresse: Dorfstraße, 25836 Vollerwiek
Errichtung: 1113
Besonderheit: ältester Schnitzaltar Eiderstedts (Mitte 15. Jahrhundert)

Welt – St. Michael-Kirche

Nachdem Dithmarscher die Kirche im Jahr 1415 zerstört hatten, musste sie neu aufgebaut werden. Ihre Taufe aus Sandstein stammt aus dem Jahr 1521, die Kanzel von 1578 wurde 1756 erneuert, die Orgel vom Orgelbauer Sauer in Frankfurt/Oder wurde 2001 renoviert.

Name: St. Michael
Adresse: Dorfstraße, 25836 Welt
Errichtung: 13. Jahrhundert (Gründung 1113)
Besonderheit: "Sommerkirche" mit Konzertprogramm und Ausstellungen

Westerhever – St. Stephanus-Kirche

Der kurze "Aufstieg" zur St. Stephanus-Kirche lohnt sich. In Pastellfarben gestrichene Kirchenbänke empfangen die Besucher, ein prächtiger Taufengel (um 1800) schwebt sanft lächelnd über dem ältesten Taufstein Eiderstedts. Montags ist die Kirche von 8-18 Uhr geöffnet, an allen anderen Tagen hält die benachbarte Gaststätte Kirchspielkrug den Schlüssel bereit.

Name: St. Stephanus
Adresse: Dorfstraße, 25881 Westerhever
Errichtung: Turm 1370 / Kirchenschiff 1804 (eine Sturmflut zerstörte die erste Kirche von 1123)
Besonderheit: ältester Taufstein Eiderstedts

Witzwort – St. Marien-Kirche

Die Kanzel von 1583 respräsentiert den "Eiderstedter Typ". Ihr gegenüber steht der grau-goldende Taufstein, hergestellt gegen Ende des 15. Jahrhunderts aus Namurer Marmor. Über zwei Stufen gelangt man in den Altarraum, wo der figurenreichste Altar Eiderstedts prunkt.

Name: St. Marien
Adresse: Kirchenweg, 25889 Witzwort
Errichtung: 15. Jahrhundert
Besonderheit: figurenreichster Altar Eiderstedts (um 1500)
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